Strandaufspülung im Sommer

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Strandaufspülung auf Langeoog wird vorbereitet
600.000 Kubikmeter Sand für den Schutz des Pirolatals

Norden/ Langeoog – Unter der Regie des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) wird derzeit die Strandaufspülung mit einem Volumen von circa. 600.000 Kubikmetern vor dem Pirolatal auf Langeoog vorbereitet. „Die Bewertung der Strandverhältnisse durch den NLWKN nach dem Winterhalbjahr 2016/2017 hat ergeben, dass der Strand nur ein sehr geringe Breite und Höhe aufweist. Ohne diese Aufspülung könnten schwere Sturmfluten erhebliche Dünenabbrüche verursachen, in deren Folge nicht nur der Ort Langeoog, sondern auch seine Trinkwasserversorgung gefährdet wären“, begründete Frank Thorenz, Leiter der Betriebsstelle Norden-Norderney des NLWKN, die Notwendigkeit der Küstenschutzmaßnahme.

Der Strandabschnitt wird seit einigen Jahren nicht ausreichend mit Sand versorgt wird. Das führt dazu, dass in schweren und sehr schweren Sturmfluten die Wellen kaum noch gebremst werden und erhebliche Dünenabbrüche verursachen. Zuletzt im Jahr 2016 hatte der NLWKN die Schutzdünenkette vor dem Pirolatal verstärkt und im Jahr 2013 den Strand aufgespült, um den Sturmflutschutz für die Insel sicher zu stellen.

„Durch die vorgesehene Aufspülung, die an die natürlichen Prozesse angepasst ist, werden Erosionen an den Dünen wirkungsvoll und naturnah verhindert und der Bestand der Dünen gesichert. Dieses Konzept wird international als ‚Building with Nature‘ bezeichnet“ erläutert der Küstenschutzexperte.

Das Material dafür wird vor dem Flinthörn an der Ostseite des Seegatts Accumer Ee aus einem großen Riff gewonnen, in dem ausreichende Sandmengen zur Verfügung stehen. „Die Entnahmestelle wird sich auf Grund der vorherrschenden Strömungsverhältnisse und Sandtransportwege schnell wieder regenerieren. Der Sand wird quasi von einer gut versorgten Stelle zum Mangelbereich vor dem Priolatal umgeleitet“, ergänzt Thorenz.

Der benötigte Sand wird mit Hilfe von zwei Laderaumsaugbaggern der dänischen Firma Rohde/Nielsen aus Kopenhagen an der Entnahmestelle gewonnen. „Dieses Verfahren setzen wir erstmalig auf Langeoog ein. Die Schiffe transportieren den Sand zu einer Übergabestelle und pumpen den Sand mit Hilfe von zugesetztem Wasser über eine Rohrleitung zur Einbaustelle. Dort wird der Sand durch Planierraupen weiter verteilt und profiliert“ berichtet Projektleiter Theo van Hoorn.

„Aktuell werden Baugeräte und Rohre für die Spülleitungen auf die Insel transportiert und anschließend die Spülleitung verlegt“, beschreibt van Hoorn die nächsten Schritte. „Die eigentlichen Spülarbeiten beginnen im Verlauf des Juli, in ihrem Verlauf muss der Aufspülbereich zeitweise gesperrt werden“.

Der Abschluss der Strandaufspülung ist im September vorgesehen. Die Gesamtkosten beziffert der NLWKN auf ca. sechs Millionen Euro, die aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe des Bundes und der Länder zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes stammen. Es handelt sich um die die größte Küstenschutzmaßnahme auf. den Ostfriesischen Inseln in diesem Jahr gefolgt vom Deichbau auf Wangerooge, der mit ca vier Millionen Euro beziffert wird.

Langeoog ist die einzige ostfriesische Insel, die seeseitig nur durch Schutzdünen und nicht auch durch massive Deckwerke und Buhnen geschützt wird. Die Dünen vor dem Pirolatal sind ein wichtiger Abschnitt der Küstenschutzanlagen auf Langeoog, die aus insgesamt 20 Kilometern Dünenkette und einer Deichstrecke von sechs Kilometern bestehen. Für den Küstenschutz ist das Land Niedersachsen zuständig.

Zur Information der Insulaner und der Inselgäste stellt der NLWKN große Informationstafeln auf. Zusätzlich wird eine Informationsbroschüre zu der Maßnahme herausgegeben, die an verschiedenen Stellen und auch im Internet unter www.nlwkn.niedersachsen.de erhältlich sein wird.

 

2017-07-04T17:28:19+00:00 4. Juli 2017|