Langeoog fordert Überarbeitung des Netzentwicklungsplans

Langeoog fordert Überarbeitung des Netzentwicklungsplans – Schutz des UNESCO-Weltnaturerbes Wattenmeer und der Trinkwasserschutz haben Vorrang
Langeoog, den 13. Januar 2026 –
Die Inselgemeinde Langeoog hat im Rahmen des Beteiligungsverfahrens zum ersten Entwurf des Netzentwicklungsplans 2037/2045 (2025) eine deutliche Stellungnahme abgegeben. Der aktuelle Planentwurf sieht Offshore-Netzanbindungsprojekte vor, die über die Kur- und Ferieninsel Langeoog führen würden – mitten durch den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und das UNESCO-Weltnaturerbe.
Die Gemeinde kritisiert diese Planungen als nicht nachvollziehbar und in hohem Maße konfliktträchtig. Bürgermeister Onno Brüling warnt vor gravierenden Folgen:
„Die vorgeschlagenen Trassen gefährden nicht nur eine einzigartige Naturlandschaft, sondern auch die Lebensgrundlagen unserer Insel. Der Schutz des Grundwassers und die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung müssen oberste Priorität haben.“
Gefährdung von Natur, Tourismus und Trinkwasser
Die Insel Langeoog ist in besonderer Weise auf ihre sensiblen Süßwasserlinsen angewiesen, die alleinige Quelle der Trinkwasserversorgung. Eingriffe durch Kabeltrassen oder Bauarbeiten im Untergrund könnten irreparable Schäden verursachen. Darüber hinaus sieht die Inselgemeinde massive Beeinträchtigungen des Natur- und Landschaftsschutzes sowie negative Folgen für Erholung und Tourismus, die die wirtschaftliche Basis Langeoogs bilden.
Auch Naturschutzverbände wie der NABU warnen vor den Folgen solcher Bauprojekte. In einer aktuellen Stellungnahme mit dem Titel „Energiewende auf Kosten des Wattenmeers?“ betont der NABU die drohende Zerstörung sensibler Lebensräume für Seehunde sowie Brut- und Zugvögel und fordert eine Routenführung entlang bestehender Schifffahrtsstraßen, um das UNESCO-Weltnaturerbe zu schützen.
Auswirkungen auf Versorgung und Klimaziele der Insel
Darüber hinaus weist die Inselgemeinde darauf hin, dass die geplanten Offshore-Trassen bestehende Versorgungskorridore für Telekommunikation und Strom blockieren könnten. Diese Einschränkungen würden die zukünftige Entwicklung der Insel stark behindern – insbesondere im Hinblick auf die geplante Klimaneutralität, den Ausbau von Nahwärmenetzen sowie die Elektrifizierung der Schifffahrt.
Forderung an die Planungsverantwortlichen
Die Inselgemeinde fordert daher, die Offshore-Netzanbindungsprojekte über Langeoog vollständig aus dem Netzentwicklungsplan zu streichen und alternative Routen zu prüfen.
„Die Energiewende darf nicht auf Kosten von Naturerbe, Trinkwasserschutz und Zukunftsfähigkeit unserer Insel gehen“, so Bürgermeister Onno Brüling. „Wir erwarten, dass der Netzentwicklungsplan entsprechend überarbeitet wird.“
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